Ölbrennwerttechnik

Es spricht nichts gegen die Öl- Brennwerttechnik

Die Brennwerttechnik gehört bei der Verwendung von Gas als Brennstoff zum Stand der Technik. Kommt jedoch Öl als Brennstoff zum Einsatz, gab es immer wieder Argumente, die gegen das Brennwertprinzip sprachen. Nachfolgend werden diese Punkte aufgegriffen und erläutert. Außerdem wird ein neuentwickelter Öl-Brennwertkessel vorgestellt, der für den Einsatz von herkömmlichem und schwefelarmem Heizöl geeignet ist.


Beim Einsatz des Brennstoffes Öl für die Brennwerttechnik waren immer wieder Argumente zu hören, die gegen das Brennwertprinzip sprachen. Zunächst galt die Effizienzsteigerung von 5 bis 6 %, die man mit einem Ölbrennwertkessel im Vergleich zu einem Öl-Niedertemperaturkessel erreicht, als zu niedrig gegenüber den bei Gas erzielbaren 8 bis 11 %

Schwelefarmes Heizöl hilft der Brennwerttechnik

Dies liegt nicht daran, dass sich mit ölbetriebenen Brennwertkesseln keine höheren Wirkungsgrade erreichen lassen, sondern daran, dass gasbeheizte Wärmeerzeuger, wenn sie nicht die Kondensationswärme ausnutzen, höhere Verluste als ölbeheizte aufweisen. Dies gilt bei Berücksichtigung des physikalisch exakten Brennwerts ( oberer Heizwert) als Bezugsgröße.

Neidertemperaturtechnik

Heizöl El    Erdgas 
6 %  nicht genutzte Kondensationswärme   11 % 
7 %  Abgasverlust laut Schornsteinfegermessung  7 % 
13 %   Gesamtabgasverlust  18 % 


Brennwerttechnik

Heizöl El    Erdgas 
4 %  nicht genutzte Kondensationswärme  4 % 
1 %  Abgasverlust lt. Schormsteinfegermessung  1 % 
5 %  Gesamtabgasverlust  5 % 



Ein weiteres Argument besagt, dass das Kondensat aus Ölbrennwertkesseln einen kleineren ph-Wert aufweist lals das Kondenswasser aus Gas-Brennwertkesseln. Dies ist auf den Gehalt an Schwefel im Brennstoff Öl zurückzuführen. Die Folgen sind höhere Ansprüche an die Korrosionsbeständigkeit und die Notwendigkeit der Neutralisation des Kondenswassers. Mit der Markteinführung von schwefenarmem Heizöl( Schwefelgehalt max. 50 mg/kg) wird auch dieses Argument entkräftet. Nach ATV Arbeitsblatt A 251 gelten nunmehr die Vorgaben nachfolgender Tabelle für die Neutralisation

Neutralisation für Feuerungsanlagen

Nennwärmeleistung  Gas   Heizöl, schwefelarm 
kleiner 25 kW  nein 1),2)  nein 1),2)  
25 bis 200 kW  nein 1),2),3)  nein 1),2),3) 
größer 200 kW  ja  ja 



Neutralisation dennoch erforderlich:
1) bei Ableitung des häuslichen Abwassers in Kleinkläranlagen
2) bei Gebäuden und Grundstücken deren Entwässerungsleitungen die Materialanfordeungen nicht erfüllt
3) bei Gebäuden, die die Bedingungen der ausreichenden Vermischung nicht erfüllen


Es wird deutlich, dass aus moderner Sicht der Technik und der Anwendung nichts gegen Brennwerttechnik bei ölbeheizten Wärmeerzeugern spricht. Die Vorzüge dieser Technologie werden zunehmend an Bedeutung gewinnen, zumal der Markt eine Reihe gelungener Konstruktionen bereithält. Ein Beispiel dafür ist die von der August Brötje GmbH vorgestellte Neuentwicklung eines Öl-Brennwertkessels. Dieser wird unter dem Namen "NovoCondens SOB" seit September 2004 für den Nutzer in den beide Leistungsgrößen 22 und 26 kW zur Verfügung gestellt.( Normnutzungsgrad: 103% bei 40/30 °C; 97% bei 80/60 °C)


NovoCondens SOB
Schematischer Aufbau des neuen Ölbrennwertgerätes


Kombination aus zwei Wärmetauschern

Vorbild für die Konstruktion ist eine Kombination aus zwei Wärmetauschern (Bild oben). Die Verbrennung mittels zweistufigem Blaubrenners findet in einem Primärwärmetauscher statt. Dieser ist als Monoblock aus hochwertigem Grauguss gefertigt. Dieses Material hat sich sowohl in Bezug auf den Wärmeübergang bei hohen Temperaturen bewährt als auch in Bezug auf eine einfache Handhabung, Reinigung, Wartung und Langlebigkeit. Nach der Durchströmung des Primärwärmetauschers gelangen die Abgase in den nachgeschalteten Sekundärwärmetauscher. Hier findet die Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes statt, sobalt die Taupunkttemperatur unterschritten wird. Dabei sind Temperaturradienten im Vergleich zum Primärwärmetauscher kleiner. Dies erfordert eine andere Konstruktion sowie ein hochbeständiges Material, das dem Kondensatanfall gerecht wird. Deshalb wurde eine Gliederform und Spezialedelstahl als Werkstoff gewählt. Durch die gezielte Abstimmung beider Wärmetauscher mit ihren spezifischen Funktionen entsteht eine sehr kompakte Einheit, die zum einen ein hohen Maß an Schalldämmumg erreicht und zum anderen eine maximale Lebensdauer erwarten lässt. Zum Einsatz kann sowohl herkömmliches als auch schwefelarmes Heizöl kommen. Im ersten Fall erlaubt die Kesselkonstruktion die Integration einer Neutralisationseinrichtung. Diese findet unterhalb des Sekundärwärmetauschers Platz, so dass das Kondensat aus dem eingebauten Siphon in die Neutralisationsanlage gelangen kann.

Auch raumluftunabhängige Betriebsweise

Eine Besonderheit ist die Verbrennungsluftzuführung. Dank einer speziellen Luftzuführung und eines gekapselten Brennergehäuses kann sowohl raumluftabhäniger als auch raumluftunabhäniger Betrieb realiesiert werden. Nach EnEV sind zu errichtende Gebäude "so auszuführen, das die wärmeübertragende Umfasssungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet ist." Nur eine raumluftunabhängige Betriebsweise wird diesem Anspruch gerecht. Das Abgas kann mittels eines leicht zuinstalierendem und kostengünstigen PPS-Kunstoffsystems (durchmesser 80 mm) abgeführt werden. Der eingesetzte Blaubrenner arbeitet zweistufig, um die Leistung besser dem jeweiligen Bedarf anpassen zu können. In Zeiten zunehmender Dynamik des Wärmebedarfes ist dies als konsequent anzusehen. Die Schadstoffemissionen liegen unterhalb der Grenzwerte für das Umweltzeichen "Blauer Engel". Wie bei allen Brennwertkesseln lautet die Empfehlung für die hydraulische Einbindung in die Anlage u.a.:
- möglichst nieddrige Rücklauftemperatur,
- keine Rücklauftemperaturanhebung,
- möglichst hohe Spreizung,
- möglichst geregelte Pumpe.


Mit den beschriebenen Parametern und Konstruktionsmerkmalen gibt es keinerlei Argumente gegen den Einsatz von Öl-Brennwertkesseln, um dem Zeitgeist gerecht zu werden. Denn wenn fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen, sollte dies mit dem Höchstmaß an Effizienz bei geringem Schadstoffausstoß geschehen. Es ist zu erwarten, dass die Akzeptanz und die Verkaufszahlen von ÖL-Brennweertkeseln in den nächstzen Jahren beträchtlich steigen werden. Nach Abschätzungen der August Brötje GmbH könnte 2008 jede dritte Öl-Unit ein Brennwertgerät sein.


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